Klinik für Nuklearmedizin

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Kontrolle nach Radioiodterhapie bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen

Eine Radioiodtherapie einer gutartigen Schilddrüsenerkrankung wirkt über den Zeitraum der stationären Aufnahme hinaus fort. Ein Großteil der Wirkung ist drei Monate nach der Radioiodgabe eingetreten, so dass wir etwa zu diesem Zeitpunkt eine ambulante Nachuntersuchung in unserer Schilddrüsenambulanz durchführen. In der Zeit zwischen Entlassung und ambulanter Nachsorge sollten bei der Hausärztin oder dem Hausarzt Kontrollen der Laborwerte durchgeführt und, gerne auch nach Rücksprache mit uns, die Schilddrüsenmedikation ggf. angepasst werden (Fax 0251 83 47383). Die Häufigkeit und Zeitabstände dieser Kontrollen werden dem Patienten oder der Patientin bei Entlassung von unserer Von-Hevesy- Station mitgeteilt.

Terminvereinbarung und Ansprechpartner

Ein Termin in unserer Schilddrüsenambulanz kann telefonisch unter 0251 83-47349 vereinbart werden. Normalerweise wird aber bereits bei der Entlassung ein Nachsorgetermin vereinbart.

Vorbereitung auf die Untersuchung

Zwischenzeitlich erhobene Befunde (v.a. Laborwerte) sollten uns zur Verfügung gestellt werden, da sie für die Beurteilung und das weitere Vorgehen von entscheidender Bedeutung sein können. Zudem sollte uns die aktuelle Medikation, insbesondere aber auch die in der Zwischenzeit eingenommene Schilddrüsenmedikation bekannt sein. Auch über eine erhöhte Iodzufuhr innerhalb der letzten 6-8 Wochen durch die Gabe von iodhaltigen Röntgenkontrastmitteln (z.B. bei Computertomographien oder Angiographien), Medikamenten (z.B. Amiodaron, iodhaltige Desinfektionsmittel) oder Nahrungsergänzungsmitteln mit relevantem Iodanteil sollten wir informiert werden. Für die Schilddrüsenuntersuchung ist es nicht erforderlich, nüchtern zu erscheinen. Medikamente können wie gewohnt eingenommen werden.

Ablauf der Untersuchung

Nach Messung des Blutdrucks und der Herzfrequenz beginnt die Untersuchung in unserer Schilddrüsenambulanz mit einem ausführlichen Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt, in dem insbesondere der Verlauf der Beschwerden nach erfolgter Radioiodtherapie besprochen wird. Im Anschluss erfolgt zur Beurteilung der Schilddrüsenstruktur eine Schilddrüsensonographie (Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse). Es werden erneut das gesamte Organ sowie die umliegenden Strukturen wie Lymphknoten und Blutgefäße systematisch untersucht. Anschließend wird der Befund mit dem prätherapeutischen Vorbefund verglichen. Auch eine Blutentnahme zur Bestimmung der aktuellen Schilddrüsenhormonwerte und ggf. des Blutbildes und der Leberwerten wird vorgenommen. Der Therapieeffekt wird zudem mittels Schilddrüsenszintigraphie untersucht. Hierbei wird die Funktion der Schilddrüsenzellen bildlich sichtbar gemacht. Der Ablauf der Untersuchung entspricht dem der Schilddrüsenszintigraphie im Vorfeld der Radioiodtherapie. Durch den Vergleich mit Voraufnahmen vor der Therapie kann so der Therapieeffekt sichtbar gemacht werden.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Die Schilddrüsensonographie ist eine nahezu risiko- und komplikationslose Untersuchung. Bei den für die Schilddrüsenszintigraphie verwendeten radioaktiven Arzneimitteln und Dosierungen sind nennenswerte, häufiger auftretende akute Nebenwirkungen fast nicht bekannt. Allergische Reaktionen sind äußerst selten. Da bei der Schilddrüsenszintigraphie ein schwach radioaktives Arzneimittel verwendet wird, ist diese Untersuchung mit einer geringen Strahlenexposition verbunden, die etwa der Hälfte der jährlichen natürlichen Strahlenexposition in Deutschland (~2.1 mSv pro Jahr) entspricht.

Befundmitteilung

Mit Ausnahme der Laborwerte liegen alle Untersuchungsergebnisse am Ende der ambulanten Nachsorge bereits vor. Das vorläufige Resultat wird mit der Patientin, mit dem Patienten besprochen. Das endgültige Resultat und die sich daraus ergebenden Empfehlungen werden der zuweisenden Ärztin, dem zuweisenden Arzt per Brief zugeschickt. Die Patientin, der Patient erhalten eine Kopie. Bei gutem Therapieerfolg drei Monate nach der Radioiodtherapie kann in der Regel die Hausärztin, der Hausarzt die weiteren Kontrollen übernehmen. Bei noch nicht ausreichender Wirkung wird je nach individuellen Befunden eine weitere Verlaufskontrolle oder auch direkt eine erneute Radioiodtherapie vereinbart.

 
 
 
 
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