Klinik für Nuklearmedizin

PSMA-PET-CT

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes in Deutschland. Ein neues, zielgerichtetes Untersuchungsverfahren bei Patienten mit Prostatakarzinom ist die 18F-PSMA-PET-CT, die Darstellung des prostataspezifischen Membran-Antigens (PSMA) mittels Positronenemissionstomographie (PET). PSMA ist ein Eiweißkörper, der auf der Zelloberfläche von Prostatakarzinomzellen vermehrt vorhanden ist. Durch Bindung einer mit 18F radioaktiv markierten Substanz an diese Struktur können die Tumore sehr genau sichtbar gemacht und so auch sehr kleine Tumorherde nachgewiesen werden. Diese Untersuchung kann daher wichtige Hinweise auf die Ausdehnung der Tumorerkrankung geben und somit entscheidend für Diagnose und Therapie sein.

Terminvereinbarung und Ansprechpartner

Für die Anmeldung zu einer 18F-PSMA-PET-CT oder 18F-PSMA-PET-MRT nutzen Sie bitte das entsprechende Formular und faxen es ausgefüllt an 0251 83-47383. Wir teilen Ihnen dann schnellstmöglich einen Untersuchungstermin mit.

Vorbereitung auf die Untersuchung

Um vorhandene Voraufnahmen zum Vergleich heranziehen zu können und so unnötige Untersuchungen zu vermeiden sollte uns mitgeteilt werden, falls eine 18F-PSMA-PET-CT- oder 18F-PSMA-PET-MRT-Untersuchung bereits in der Vergangenheit durchgeführt wurde. Auch weitere Befunde beziehungsweise Bilder von Voruntersuchungen, wie diagnostische Computertomographie (CT), Cholin-PET-CT bzw. -MRT oder Skelettszintigraphie, können für die Beurteilung hilfreich sein.

Ablauf der Untersuchung

Vor der Untersuchung findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt statt. Über eine Vene wird dann eine geringe Menge des mit 18F radioaktiv markierten Arzneimittels injiziert. Anschließend erhält der Patient eine Flüssigkeitsinfusion (physiologische Kochsalzlösung), um die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren und die Harnblase zu fördern. Während der folgenden Stunde, in der der Patient ruhig sitzen oder liegen sollte, verteilt sich das Arzneimittel über die Blutgefäße im Körper und bindet dann direkt an der Oberfläche der Tumorzellen. Die Aufnahmen werden im Anschluss an die Wartezeit angefertigt, also etwa 60 Minuten nach der Injektion des radioaktiven Arzneimittels. Eine empfindliche Kamera (Positronenemissionstomographie, PET) zeichnet hierbei von außen Bilder auf, die die Verteilung des Arzneimittels und so die Ausbreitung der Tumorerkrankung sichtbar macht. Um die Arzneimittelanreicherungen bekannten anatomischen Strukturen zuordnen zu können und um die Bildqualität zu verbessern (Schwächungskorrektur) wird im gleichen Untersuchungsgang eine Röntgen-Schichtuntersuchung (Computertomographie - CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Häufiger auftretende Nebenwirkungen des verwendeten radioaktiven Arzneimittels sind nicht bekannt. Anders als bei Röntgenkontrastmitteln sind auch allergische Reaktionen extrem selten. Die Untersuchung ist mit einer geringen Strahlenexposition verbunden, die etwa der jährlichen natürlichen Strahlenexposition in Deutschland (~ 2.1 mSv pro Jahr) entspricht. Die niedrig dosierte Computertomographie zur Schwächungskorrektur ist mit einer Strahlenexposition im Bereich üblicher Röntgenuntersuchungen verbunden.

Weiteres Vorgehen

Die Auswertung und Beurteilung der Untersuchung erfolgt in einer interdisziplinären Konferenz mit Fachärzten der Nuklearmedizin und der diagnostischen Radiologie und kann in der Regel nicht sogleich erfolgen. Daher ist es leider nicht möglich, dem Patienten das Ergebnis im direkten Anschluss an die Untersuchung mitzuteilen. Der schriftliche Befund der Untersuchung wird der überweisenden Ärztin oder dem überweisenden Arzt in den folgenden Tagen zugesandt.

 
 
 
 
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Arztgespräch
Injektion
PET-CT