Herz-MRT-Zentrum

Informationen für Patienten mit Herzschrittmacher

Bedingt MR-sichere („MR conditional“) SM- und ICD-Systeme sind für eine MRT-Untersuchung unter dezidierten Rahmenbedingungen getestet und zugelassen. Es handelt sich hierbei um eine neue Technologie, bei der zurzeit nur begrenzte klinische Langzeiterfahrungen vorliegen. MRT-assoziierte Risiken wie Elektrodenerwärmungen und/oder unerwünschte Herz-Stimulationen werden so weit minimiert, dass das verbleibende Restrisiko nach den Kriterien der Zulassungsbehörden unter Berücksichtigung des zu erwartenden Nutzens der MRT-Untersuchung als vertretbar klein akzeptiert wird, aber im individuellen Einzelfall nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Konventionelle SM- und ICD-Systeme sind mittlerweile nicht mehr als absolute Kontraindikation für die Durchführung einer MRT-Untersuchung anzusehen. Es handelt sich bei der MRT-Untersuchung von Patienten mit konventionellen SM-Systemen um eine zulassungsüberschreitende Anwendung („off-label use“) mit einer individuellen Einzelfallentscheidung. In diesen Fällen muss die Indikation besonders streng gestellt werden, führt aber per se nicht zur Ablehnung einer MRT-Untersuchung, wenn unter Berücksichtigung des zu erwartenden klinischen Nutzens sowie des spezifischen Risikos der MRT-Untersuchungsregion das Nutzen/Risiko-Verhältnis insgesamt als positiv für den Patienten eingeschätzt wird.

Die Auftrittshäufigkeit von Komplikationen bei konventionellen SM-/ICD-Systemen lässt sich schwer abschätzen, ist aber aktuellen Studien zufolge extrem niedrig. Bei einer begrenzten Anzahl kontrollierter Studien mit einer kumulativen Gesamtzahl von über 1.000 Patienten wurde unter kontrollierten Bedingungen keine klinisch relevante Komplikation (behandlungspflichtige Herzrhythmusstörung, Elektrodendysfunktion mit der Notwendigkeit der Elektrodenrevision, Schäden von Teilkomponenten oder der Gesamtintegrität des Schrittmachers mit der Notwendigkeit des Aggregatwechsels, Myokardinfarkt, Perikardperforation, Tod) festgestellt. Es wurden in wenigen Einzelfällen diverse MRT-induzierte Effekte beobachtet, die aber in keinem Fall die Patientensicherheit gefährdet haben.

Wenn Sie Träger eines Herzschrittmachers oder Defibrillators sind, gestaltet sich der Aufenthalt bei uns wie folgt:

  • Zunächst Prüfung, ob alle Bedingungen für die Untersuchung erfüllt sind.
  • Umprogrammierung des Implantats kurz vor der Untersuchung durch einen erfahrenen Kardiologen.
  • Durchführung der MRT-Untersuchung unter Beachtung von Vorgaben des Implantat-Herstellers (z. B. spezifische Absorptionsrate, etc.). Während der gesamten Zeit kontinuierliche kardiologische Überwachung durch EKG und Pulsoxymetrie. Notfallausrüstung sowie dafür qualifiziertes Fachpersonals stehen jederzeit bereit.
  • Nach der Untersuchung Prüfung, ob Fehlfunktionen am Implantatsystem aufgetreten sind.
  • Reprogammierung der Implantate zur Wiederherstellung der vollen Funktionalität.

Wir empfehlen unabhängig von Ihrem üblichen Kontrollzyklus nach ca. drei Monaten einen weiteren Kontrolltermin.

 
 
 
 
Kontakt

Herz-MRT-Zentrum

Klinik für Kardiologie I
Sektion für Herzbildgebung

Univ.-Prof. Dr. med. Ali Yilmaz
Leiter des Herz-MRT-Zentrums

Von-Esmarch-Str. 48
48149 Münster

T +49 251 83-44948
F +49 251 83-44907

ali.yilmaz(at)­ukmuenster(dot)­de
herz-mrt.ukmuenster.de