Kinder- und Neugeborenenchirurgie

Kapilläre Malformationen


Diese angeborenen Fehlbildungen der oberflächlichen Hautkapillaren treten in der Regel bereits im Säuglingsalter als sogenanntes „Feuermal“  oder auch Naevus flammeus in Erscheinung. Es handelt sich hierbei um eine krankhafte Erweiterung von Kapillargefäßen der Haut, die zu einer ständigen Rötung des betroffenen Areals führt. Nicht verwechselt werden sollten sie mit einem Naevus simplex, der häufig auch als „Storchenbiss“ bezeichnet wird und nicht nur im Nacken lokalisiert sein muss. Im Gegensatz zum seltenen Naevus flammeus liegt der wesentlich häufigere „Storchenbiss“ symmetrisch um die Körpermittellinie und blasst im Laufe der ersten Lebensjahre meist spontan ab, so dass keine medizinischen Maßnahmen erforderlich sind.
Behandlung mit Farbstofflaser
Ein echtes „Feuermal“ blasst nicht ab, obwohl die Farbintesität in den ersten Lebensmonaten variieren kann. Im zweiten Lebensjahrzeit können knotige Verdickungen auftreten, die Haut wird insgesamt grober und dunkler. Um dies zu vermeiden, werden die Kapillären Malformationen an gut sichtbaren und kosmetisch relevanten Hautpartien (v.a. Gesicht) mit einem Farbstofflaser behandelt, der die Kapillaren zerstört. Durchschnittlich sind hier mehrere Behandlungen im Kleinkindalter notwendig, die ein schrittweises Abblassen der Hautveränderung zufolge haben. Wichtig ist, dass die eigentlich harmlosen Kapillären Malformationen manchmal auf das Vorliegen syndromaler Erkrankungen hinweisen.
Ist der Naevus flammeus z.B. im Gesicht lokalisiert, muss ggf. das sogenannte Sturge-Weber-Syndrom ausgeschlossen werden, bei dem auch die Augen (Glaukom) und das Gehirn (Krampfanfälle) erkranken können.
Entscheidend ist es also in solchen Fällen weitere diagnostische Untersuchungen in die Wege zu leiten.

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