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„Intelligente“ Kleidung zum Monitoring von Bewegungsstörungen

Nach insgesamt 182 Tagen schließt Ende März die Weltausstellung EXPO 2020 in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), auf der neue Ideen und technologische Lösungen rund um die Themen Nachhaltigkeit, Mobilität und Chancengleichheit präsentiert werden. Mit dabei waren auch Experten des UKM und der Medizinischen Fakultät, die mit einer neuentwickelten, unterstützenden Hose Einblick in die Zukunft der Bewegungsüberwachung zu Hause nach Operationen oder Erkrankungen gegeben haben.

Münster. Vorträge auf Fachkongressen sind für Medizinerinnen und Mediziner keine Seltenheit – doch eine Präsentation auf derWeltausstellung EXPO, Seite an Seite mit u.a. weltweit bekannten Automobilkonzernen, ist hingegen eine absolute Besonderheit. Im Deutschen Pavillon stellten in Dubai Dr. Vincent Hofbauer, Oberarzt der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie am UKM und Florian Willmann, Mitarbeiter des UKM und Promovierender der Medizinischen Fakultät der WWU Münster, den ersten Prototypen einer „intelligenten“ Hose vor. „Durch das Tragen der Leggings ähnlichen, aber verstärkten Hose sollen Menschen mit motorischen Einschränkungen einen Teil ihrer Rehabilitation zu Hause durchführen können“, erklärt Hofbauer. Das Projekt konzentriert sich dabei auf drei spezifische Zielgruppen: Patientinnen und Patienten, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk erhalten haben, Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten sowie Patientinnen und Patienten mit Parkinson-bedingten Bewegungseinschränkungen. „Hierzu erfassen die im Kleidungsstück integrierten Sensoren die Körperfunktionen des Patienten“, erklärt Willmann. „Dies ermöglicht dem medizinischen Personal die Bewegungen des Patienten aus der Ferne zu verfolgen und problemlos zu bewerten, sodass weniger stationäre oder ambulante Behandlungen erforderlich sind.“ Das Ziel: Durch das Einsetzen von intelligenten Kleidungsstücken sollen Patientinnen und Patienten früher aus der Klinik entlassen werden können, ohne dabei auf die fachliche Unterstützung sowie korrekte Ausführung von Bewegungsabläufen verzichten zu müssen. „Dies entlastet das Klinikpersonal und gibt den Patienten gleichzeitig mehr Freiheiten, sich stressfreier und effektiver von den operativen Eingriffen zu erholen“, so Hofbauer.

Entwickelt wurde die Hose im Rahmen des Projektes SMOVE, ein von der Europäischen Union gefördertes Forschungsprojekt mit dem Ziel einer nachhaltigen Verbesserung der Patientenversorgung, welches Technologie, Innovation und Digitalisierung im Gesundheitswesen zusammenbringt. „Wir sind ein interdisziplinäres Team und arbeiten mit mehreren deutschen und niederländischen Partnern zusammen“, erzählt Hofbauer, der das SMOVE-Projekt innerhalb des UKM leitet. Das Gesamtprojekt wurde in Höhe von 1,1 Millionen Euro finanziert und dauert insgesamt drei Jahre. Der Zuschuss wurde im Rahmen des InterReg VA-Programms Deutschland-Niederlande 2014-2020 vergeben.

Bis zum regulären Einsatz der neu entwickelten Hose, die aktuell am UKM getestet wird, wird jedoch noch ein bisschen Zeit vergehen. „Ich denke, dass wir mit diesem Projekt zeigen können, wie Patientinnen und Patienten in Zukunft eigenständig und unabhängig vom Ort ihres Aufenthaltes sicher zurück zu ihrer ursprünglichen Mobilität und Bewegungsfreiheit finden können“, meint Hofbauer.

Weitere Informationen zum SMOVE-Projekt: https://smove.tech/

SMOVE Projekt bei der EXPO 2020 in Dubai

Im Oktober 2021 präsentierten Oberarzt Dr. Vincent Hofbauer und Florian Willmann aus der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie des Universitätsklinikums Münster das SMOVE Projekt auf der EXPO 2020 in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate).
Die Präsentationen von Herrn Dr. Hofbauer und Herrn Willmann im deutschen Pavillon umfassten nicht nur die Vorstellung des ersten Prototypen des SMOVE-Konsortiums, sondern gaben zudem Eindrücke in die aktuellen Hüft- und Knie- Prothesen Operationen.
Mit mehreren integrierten Elementen konnten Besucherinnen und Besucher während der Präsentationen und unter Anleitung von Dr. Hofbauer und Herrn Willmann, selbst eine Knieprothese in Kunstknochen einbauen, als auch ihre eigene Muskelaktivität mittels Elektromyographie (Muskelableitungen) messen.
Durch die Präsentationen, Interviews und Meetings mit international tätigen Ärzten verschiedener Fachrichtungen, wurden neben den direkten Besuchern und Gesprächspartnern durch diverse Medien wie der Khaleej Times in etwa 8,5 Millionen Menschen erreicht.

Zum SMOVE Projekt:

SMOVE ist ein - INTERREG V gefördertes - Forschungsprojekt mit dem Ziel einer nachhaltigen Verbesserung der Patientenversorgung, welches Technologie, Innovation und Digitalisierung im Gesundheitswesen zusammenbringt. Im Mittelpunkt des Projektes steht ein intelligentes Kleidungsstück zur Bewegungsanalyse, -überwachung und -diagnose individuell für verschiedene Patientengruppen.
Durch Niederländische und Deutsche Partner wurde ein interdisziplinäres Team geschaffen, welches eine Verbesserung der Versorgung für den ländlichen Raum anstrebt.
Das SMOVE-Projekt konzentriert sich auf drei spezifische Zielgruppen: Schlaganfall-Patienten, die zu Hause rehabilitieren, Patienten, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk erhalten haben, sowie Patienten mit Parkinson-bedingten Bewegungseinschränkungen.
Das Universitätsklinikum Münster in Verbindung mit der Westfälischen Wilhelms Universität Münster sind dabei als deutscher Partner auf die Patientinnen und Patienten nach einer Hüft- oder Knietotalendoprothese spezialisiert.

Die WWU zählt zu den größten und traditionsreichsten Universitäten Deutschlands. Das institutionelle Gerüst bilden 15 Fachbereiche mit 120 Studienfächern und rund 30 wissenschaftliche Zentren. Rund 45.700 Studierende und 5.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schätzen die exzellente Forschung, die hochwertige Lehre und die engagierte Nachwuchsförderung ebenso wie die Vorzüge der lebenswerten Stadt Münster.

Das UKM (Universitätsklinikum Münster) steht für Spitzenmedizin in der deutschen Krankenhauslandschaft und gehört bundesweit zu den erfolgreichsten Maximalversorgern. Derzeit verfügt das Universitätsklinikum Münster über rund 1.500 Betten und mehr als 75 Kliniken, Institute und Zentren. Jährlich werden im UKM über 60.000 Patienten stationär versorgt, ambulant gibt es knapp eine halbe Millionen Behandlungen. Mit mehr als 11.000 Mitarbeitenden ist die UKM-Gruppe einer der größte Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in der Region.
In der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie des UKM werden unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Georg Gosheger sämtliche Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates behandelt. Die Spezialisten der einzelnen Sektionen bieten auf international höchstem Niveau ambulante und stationäre Leistungen an. Neben der Patientenversorgung haben auch Forschung und Lehre einen hohen Stellenwert. So können neben bewährten Therapieverfahren stets innovative, dem aktuellsten Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlungen angeboten werden.

Innerhalb des UKM wird SMOVE unter der Projektleitung von Oberarzt Dr. med. Vincent Hofbauer und Herrn Florian Willmann umgesetzt. Für das Projekt werden Patientinnen und Patienten der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie berücksichtigt, bei denen Hüft- oder Knietotalendoprothesen-Operationen durchgeführt werden. Durch die kontinuierliche Messung der Extremitätenbewegungen und Muskelaktivität sollen die Veränderungen der Motorik quantifiziert, der Einfluss der Operation auf diese Veränderungen bestimmt und die Rehabilitation der Patientinnen und Patienten beschleunigt werden. 

Das SMOVE Projekt wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und durch die Europäische Union, das niederländische Wirtschaftsministerium (EZK), das MWIDE NRW und das MB Niedersachsen mitfinanziert.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Endoprothetikzentrum am UKM mit erfolgreicher Re-Zertifizierung als EPZmax

Die Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie am UKM (Universitätsklinikum Münster) (Direktor Univ.-Prof. Dr. med. Georg Gosheger) wurde durch die Zertifizierungseinrichtung ClarCert erneut als sogenanntes Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert. Hierfür haben unabhängige Auditoren verschiedene Qualitätsindikatoren erfasst und bewertet. Welche Vorteile die Versorgung am EPZmax des UKM für die Patientinnen und Patienten hat, dazu drei Fragen an den Leiter, Dr. rer. medic. Burkhard Möllenbeck.


Herr Dr. Möllenbeck, die erneute Zertifizierung als EPZmax zeigt Patienten zunächst einmal, dass am UKM bestimmte Gütekriterien eines Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung eingehalten werden. Welche sind das?

Ein wesentlicher Aspekt ist da sicherlich die Anzahl der Operationen. In vielen Untersuchungen zu Prothesenimplantationen konnte gezeigt werden, dass bei einer hohen Anzahl an Eingriffen zur prothetischen Versorgung auch die Ergebnis-Qualität hoch ist. Für eine hochwertige endoprothetische Versorgung ist ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung erforderlich. Im Rahmen der Zertifizierung wird jährlich überprüft, ob die Operateure eine vorgegebene Anzahl an Prothesenoperationen durchführen und somit über ausreichende Erfahrung verfügen. Darüber hinaus sind noch zahlreiche weitere Faktoren für den Erfolg einer Operation relevant, beispielsweise die interdisziplinäre Organisation und Zusammenarbeit sowie eine regelmäßige Aus- und Weiterbildung aller Berufsgruppen. Die Einhaltung dieser Kriterien wird von den Auditoren ebenfalls regelmäßig überprüft.

Gibt es Schwerpunkte, also bestimmte Eingriffe, die Sie am Endoprothetikzentrum immer wieder durchführen?

Insgesamt werden in Deutschland jährlich ca. 400.000 Kunstgelenke implantiert. Beim überwiegenden Anteil der Fälle handelt es sich um die erste Implantation eines Kunstgelenkes. Wenn möglich, verwenden wir dabei körperschonende minimalinvasive Zugänge. Hier stellt für uns die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Begleiterkrankungen, z. B. mit einer schweren Herz- oder Nierenerkrankung oder sogar nach Organtransplantationen, einen Schwerpunkt dar. Für diese Patienten ist die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit am UKM sehr wichtig und wertvoll. Einen besonderen Schwerpunkt bilden auch Revisionsoperationen: Als EPZmax übernehmen wir insbesondere von kooperierenden Endoprothetikzentren Patientinnen und Patienten bei denen eine Prothese gewechselt werden muss. Gerade bei Prothesenwechseleingriffen mit ausgedehnten Knochendefekten oder bei Infektionen der vorhandenen Prothese bringen wir Spezialprothesen zum Einsatz, die wir in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Implantatherstellern ständig weiterentwickeln und sogar speziell für die Patienten und Patientinnen anfertigen lassen. Durch moderne anti-allergische und anti-mikrobielle Beschichtungen können wir dabei Allergien und erneuten Infektionen vorbeugen. Besonders stolz sind wir hierbei auf die von uns eingesetzte 3D-Technologie. Für eine optimale Operationsplanung können wir selber hier vor Ort Knochen und Probeimplantate ausdrucken.

Wie wichtig ist Forschung und Weiterbildung für die am Endoprothetikzentrum tätigen Ärztinnen und Ärzte?

Sehr wichtig. Wir können unseren Anspruch als universitäres EPZmax nur erfüllen, wenn wir mit unseren Untersuchungen immer zum neuesten Stand der Forschung beitragen. Unsere Mitarbeitenden engagieren sich in der Forschung und Entwicklung neuer verbesserter Prothesensysteme. Wir sind sehr an der bestmöglichen Versorgung unserer Patienten und Patienten interessiert. Insbesondere forschen wir zum Infektionsgeschehen bei periprothetischen Infektionen, also bei solchen Fällen, wo sich das Gewebe rund um eine Prothese infiziert hat. Damit tragen wir aktiv zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten bei und entwickeln uns ständig weiter.

In besten Händen bei den Ruder-Docs

Münster. Es sind nicht nur die Athleten, die Münster aus Sicht des Deutschen Ruder-Verbands attraktiv machen. Auch die medizinische Betreuung aus Westfalen kommt an.

Zum ganzen Artikel | Westfälische Nachrichten | 23.11.2021.

Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie erfolgreich re-zertifiziert

Die Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie (Direktor: Universitätsprofessor Dr. Georg Gosheger) am Universitätsklinikum Münster wurde durch die Zertifizierungseinrichtung ClarCert erneut als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert.

Hierbei wurden sowohl verschiedene Qualitätsindikatoren als auch Mindestfallzahlen für bestimmte Operationen, wie zum Beispiel Prothesenwechseleingriffe erfasst, ausgewertet und durch unabhängige Auditoren bewertet.

Das UKM EndoProthetikZentrum unter der Leitung von Dr. Burkhard Möllenbeck betreut ambulante und stationäre Patienten mit komplexen Fragestellungen auf dem Gebiet der Knie- und Hüftendoprothetik. Hierbei liegt ein Schwerpunkt im Bereich der Diagnostik und Therapie komplexer Prothesenwechseleingriffe gerade bei ausgedehnten Knochendefekten, periprothetischen Infektionen oder Patienten mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen, aber auch in der minimal-invasiven primären Endoprothetik von Knie- und Hüftgelenk. Hierbei nutzen die Ärzte der Klinik in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Implantatherstellern  moderne Techniken wie anti-allergische und anti-mikrobielle Implantatbeschichtungen und 3D-gedruckte Individualimplantate bis hin zum Beckenteilersatz oder besonders kleiner Prothesen zur Behandlung bei Deformitäten.

Als EPZmax eines Universitätsklinikums engagieren sich die Mitarbeiter des Zentrums im Bereich der Forschung in der Nachuntersuchung und Weiterentwicklung moderner Prothesensysteme, der Analyse neuartiger Biomarker für periprothetische Infektionen als auch in der Ergebnisqualität im Bereich der Revisionsendoprothetik und zu Projekten aus der Versorgungsforschung zur Lebensqualität der behandelten Patienten.

UKM Orthopädie auf dem European Bone and Joint Infection Society Kongress 2021

Dr. Jan Pützler und Dr. Christoph Theil haben Münsteraner Forschungsprojekte aus dem Bereich der muskuloskelettalen Infektionen auf dem Kongress der European Bone and Joint Infection Society in Ljubljana, Slowenien vorgestellt.

Die beiden Ärzte aus unserer Klinik waren mit insgesamt 4 Vorträgen und 3 Postern auf dem Kongress vertreten und konnten spannende Erkenntnisse mit den über 350 Delegierten teilen und diskutieren.

Mehr Lebensqualität durch Schulter-Prothesen

Foto Schulter-Prothesen zu mehr Lebensqualität
Foto (UKM): Sektionsleiterin Dr. Carolin Rickert, Dr. Sebastian Klingebiel und Dr. Kristian Schneider haben Gaby Brand durch zwei Schulter-Prothesen zu mehr Lebensqualität verholfen.
Schlimme Schmerzen durchlitt Gaby Brand, als sich nach einer Schulter-Operation, die Wunde infizierte.
ukm/aw

Als sie für sich schon fast keinen Ausweg mehr sah, kam sie in die Klinik für Allgemeine Orthopädie, Sektion Schulterchirurgie und Sportorthopädie am UKM (Universitätsklinikum Münster). Heute hat sie ihre Lebensqualität zurück und kann wieder Autofahren – etwas wovon auch ihre Ärzte anfangs nicht unbedingt ausgegangen waren.

Gaby Brand kommt aus Haren an der Ems, wohnt also ziemlich ländlich. Die agile 64-Jährige ist auf ihr Auto angewiesen, will mobil sein. Dass sie eine Zeitlang nicht mehr selbst fahren konnte, war für sie ein großes Unglück. Heute sitzt sie wieder hinterm Steuer – mit zwei Schulter-Prothesen.

2018 hatte sich die Harenerin rechts eine Schulter-Prothese einsetzen lassen, hier war eine altersbedingte Arthrose so weit fortgeschritten, dass starke Schmerzen auftraten. „Doch damit fing das eigentliche Elend erst an“, so Brand. „Ich hatte höllische Schmerzen, musste alle drei Stunden Tabletten nehmen, sogar nachts.“ Als schließlich die Ursache für ihre Qualen gefunden wurde - eine heftige Infektion in der Schulter - wurde Brand ans UKM überwiesen.

„Aufgrund der Infektion haben wir zunächst die Schulter-Prothese ausbauen und durch einen Platzhalter ersetzen müssen“, sagt Dr. Carolin Rickert, Sektionsleiterin der Schulterchirurgie und Sportorthopädie der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie.  Gleichzeitig erfolgte eine Sanierung der Wunde, in der sich der Erreger ausgebreitet hatte. „Beides war für uns eine Herausforderung“ sagt Rickert. „Durch den Ausbau der Prothese ging unweigerlich auch viel erkrankte Knochensubstanz verloren, die jedoch wichtig für die Verankerung einer neuen Prothese ist. Gleichzeitig muss immer aber auch der Keim vollständig besiegt sein, so dass keine neue Infektion droht.“ Die behandelnden Ärzte waren dabei zunächst skeptisch, ob es sinnvoll sei, nach diesem langwierigen Prozess noch einmal eine neue Schulter-Prothese einzusetzen doch Gaby Brand bestand hartnäckig darauf. Im November 2019 erfolgte dann die Operation. „Tatsächlich haben die Ärzte es geschafft, die Funktionalität des Gelenks wieder hinreichend herzustellen.“ so die Patientin.  „Die Funktion der Schulter ist sicherlich eingeschränkt, doch es reicht zum Autofahren“, freut sich Rickert.

Gaby Brand war mit dem Ergebnis sogar so zufrieden, dass sie sich ein gutes Jahr später auch die linke Schulter am UKM operieren ließ. Ein Arbeitsunfall mit einem Trümmerbruch, der jahrelang Beschwerden nach sich zog, war vorausgegangen und erforderte nun auch auf der Gegenseite eine Schulter-Prothese. „Die linke Schulter ist perfekt, die rechte, angesichts der eigentlich aussichtslosen Situation, auf jeden Fall ein prima Ergebnis“, sagt die Patientin. Inzwischen fährt sie wieder Auto. „Ich habe einfach wieder mehr Lebensqualität und freue mich über jeden Tag ohne Schmerzen.“

Skoliose: Wenn die Wirbelsäule schief ist (Zum Tag der Rückengesundheit, 15.03.2021)

Foto (ukm): Skoliose-Patientin Julia Kordes bei der Nachuntersuchung mit Dr. Sebastian Bockholt (l.) und Dr. Albert Schulze Bövingloh.
In den meisten Fällen ist nicht bekannt, warum während des Wachstums eine dreidimensionale Deformierung der Wirbelsäule, die sogenannte idiopathische Skoliose, entsteht. Entscheidend ist, dass diese frühzeitig erkannt und behandelt wird. Verschlechtert sich die Skoliose rasch, kann sie in ausgeprägten Fällen womöglich Gesundheitsprobleme verursachen wie zum Beispiel Rückenschmerzen.
ukm/ik

Als Julia Kordes nach ihrem Abitur 2019 in die orthopädische Klinik des UKM (Universitätsklinikum Münster) überwiesen wurde, hatte sie starke Rückenprobleme: „Zu dem Zeitpunkt hatte ich immer Schmerzen – auch beim Sitzen und Liegen. Die beste Situation war damals für mich, wenn ich mal nur wenige Schmerzen hatte“, erzählt die 20-Jährige. Nach der Untersuchung in der UKM-Orthopädie erhielt Julia die Nachricht, dass sich die bei ihr schon bekannte Skoliose drastisch verschlechtert hatte: „Die Röntgenbilder haben gezeigt, dass sich die obere Kurve auf über 50 Grad vergrößert hat“, so Julia. Es stand fest – Julia braucht eine Operation.

Julia war 15 Jahre alt, als die idiopathische Skoliose bei ihr diagnostiziert wurde. „Idiopathisch bedeutet, dass sich kein konkreter Auslöser für die Erkrankung finden lässt“, erklärt Dr. Albert Schulze Bövingloh, Leiter der Sektion für Wirbelsäulenchirurgie der orthopädischen Klinik am UKM. Normalerweise wird Patienten mit einer idiopathischen Skoliose ab einem Winkel von 20-25° im Wachstumsalter das Tragen eines Korsetts und Krankengymnastik nahegelegt, um einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken. Julia entschied sich damals jedoch gegen ein Korsett und versuchte, die Sko-liose mit Krankengymnastik alleine zu behandeln.
„Der Fall von Julia ist nicht ganz klassisch: Eine Skoliose verursacht in jungen Jahren meist keine Schmerzen“, sagt Dr. Schulze Bövingloh. Patienten mit einer Skoliose stellen sich in der Regel als Jugendliche in unserer Klinik vor, weil eine offensichtliche Krümmung der Wirbelsäule zum Beispiel im Elternhaus, beim Kinder- und Jugendarzt oder beim Sport aufgefallen ist. Skoliosen neigen dazu, sich während der Wachstumsschübe zu verschlech-tern. Wenn während des Wachstums einer Skoliose nicht mit Krankengymnastik und einem individuell angepassten Korsett entgegengewirkt wird, kann daraus sehr schnell eine hochgradige Skoliose werden. Dann ist eine Operation oft unausweichlich. Ende vergangenen Jahres entschloss sich Julia Kordes deshalb zu diesem Schritt: „Ich hatte natürlich Angst, aber ich wollte endlich keine Rückenschmerzen mehr haben.“

 „Man weiß aus Studien, dass Patienten mit hochgradigen Skoliosen durch eine operative Korrektur im Leben langfristig besser zurechtkommen, als wenn man nichts tut“, sagt Dr. Schulze Bövingloh. Neben den langfristigen Vorteilen spielt auch der kosmetische Aspekt für Jugendliche häufig eine Rolle. Dies war auch bei Julia so: „Früher habe ich hauptsächlich weite Kleidung getragen, sodass man nicht gesehen hat, dass ich einen Rippenbuckel habe. Die OP hat meinem Selbstbewusstsein Auftrieb gegeben.“ Im Fall von Julia ist damit schlussendlich alles gut gelaufen: „Inzwischen fühle ich mich wohl. Ich habe keine Schmerzen mehr.“
 

 

KI in der Medizingeräte-Herstellung

Neues Projekt „addustry“ soll Operationen noch sicherer machen und Fachkräfte entlasten

Das Gesundheitssystem steht im zunehmenden Spannungsfeld verfügbarer und benötigter Ressourcen. Viele Fachkräfte sind außergewöhnlichen Belastungen ausgesetzt, nicht erst seit der Corona-Pandemie. Ein Forscherteam von der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) und dem Universitätsklinikum (UKM) Münster möchte Operationen künftig noch sicherer machen und so das aktuell stark in Anspruch genommene Pflegepersonal entlasten. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Entwicklung von Medizingeräten soll die Prozesse im Operationssaal optimieren – vor, während und nach der OP. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Projekt „addustry“ über die Initiative „Start-Up-Transfer. NRW“ mit 233.000 Euro.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Gosheger - Direktor der UKM-Klinik für Orthopädie, und von Prof. Dr. Gerhard Schewe Lehrstuhlinhaber der WWU für BWL, insb. Organisation, Personal & Innovation entwickelt das interdisziplinäre Team ein skalierbares System zur Organisation planbarer Eingriffe. Eine digitale Plattform soll Kliniken, Medizinischen Versorgungszentren und Arztpraxen künftig helfen, den notwendigen Materialeinsatz sowie mögliche Fehler- und Gefahrenpotentiale erheblich zu reduzieren.

Patienteninformationsveranstaltung

Liebe Patientinnen und Patienten !

Aufgrund der aktuellen Maßgabe des Vorstandes des Universitätsklinikums Münster hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus/Covid-19 ist die Patienteninformationsveranstaltung wie alle anderen Informationsveranstaltungen bis auf Weiteres pausiert.

Wir berichten an dieser Stelle über einen Neustart und bitten um Ihr Verständnis !

Besuch aus Japan

Im Rahmen eines eintägigen Besuches in der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Tumororthopädie bekamen 7 Studierende der Humanmedizin der Dokkyo Universität / Japan einen Einblick in die Patientenversorgung am Universitätsklinikum Münster.

Hierbei besuchten sie die orthopädische Poliklinik und den Zentral-OP und nahmen an einer mehrstündigen Tumoroperation als Beobachter teil.

Die Klinik für Orthopädie betreut erfolgreich die U19-Ruder-Nationalmannschaft in Berlin

Team der Orthopädie betreut erfolgreich die U19-Ruder-Nationalmannschaft

Die Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie des Universitätsklinikums Münster unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Georg Gosheger hat gemeinsam mit der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin des Universitätsklinikums Ulm erfolgreich die deutsche U19-Ruder-Nationalmannschaft bei den Vorbereitungen auf die Junioren-Weltmeisterschaften in Tokio/Japan unterstützt.


Insgesamt 60 Sportlerinnen und Sportler aus dem gesamten Bundesgebiet konnten sich während der laufenden Ruder-Saison für die Junioren-Weltmeisterschaften qualifizieren und durften sich anschließend für insgesamt vier Wochen unter Leitung von Bundestrainerin Sabine Tschäge auf der Regattastrecke in Berlin-Grünau intensiv auf den Saisonhöhepunkt in Asien vorbereiten. Die Veranstaltung auf dem „Sea Forest Waterway“ im Hafen von Tokio war dabei mit rund 550 Teilnehmern aus 50 Nationen die Generalprobe für die Ruder-Wettbewerbe der Olympischen Spiele im kommenden Jahr.

Insgesamt drei Mannschaftsärzte (Dr. Mickel Washington aus Ulm sowie Dr. med Daniela Serrano und Dr. med. Kristian Schneider aus Münster) haben sich unter Leitung von Dr. med. Dominik Schorn (Münster) und Professor Dr. med. Dr. h.c. Jürgen Steinacker (Ulm) abwechselnd um die medizinische Betreuung der Athleten in der Bundeshauptstadt gekümmert. Durch frühzeitige Prävention, umfangreiche Diagnostik und gezielte Therapiemaßnahmen konnten so größere Ausfallzeiten verhindert und ein reibungsloser und optimaler Trainingsbetrieb sichergestellt werden.

Mit dem Gewinn von fünf Gold-, drei Silber und vier Bronze-Medaillen konnte der Deutsche Ruderverband sensationell die Nationenwertung in Tokio für sich entscheiden.

Dienstjubiläen - 65 Jahre Orthopädie

Am vergangenen Montag, den 1.7.2019 feierten Herr Prof. Robert Rödl, Chefarzt der Abteilung für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie und Frau Gaby Schlenther, pflegerische Leiterin der Poliklinik der Orthopädie sowie Stationsleitung der orthopädischen Stationen 13 A, 13 B, 14 A und 14 B sowie 16 A West ihr 25-jähriges bzw. 40-jähriges Dienstjubiläum.

Wir gratulieren beiden Mitarbeitern und bedanken uns für die erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit.

Girls- und Boysday 2019

Am Donnerstag, den 28.3. 2019 fand bundesweit der diesjährige Girls- und Boysday statt. An diesem nahm die Klinik für Orthopädie und Tumororthopädie des Unversitätsklinikums Münster selbstverständlich mit Freude teil.

Im Rahmen des Besuches in unserer Klinik konnten die Besucherinnen einen Tag als Orthopädin erleben. Dabei lernten sie die orthopädische Poliklinik, die orthopädische Werkstatt und den Zentral-OP kennen. Sie sammelten erste Erfahrungen im Anlegen von Gipsen sowie in der Säuglingsonographie sowie erlernten einfache chirurgische Nahttechniken.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen weiterhin viel Erfolg in der Schulausbildung und freuen uns auf einen Wiedersehen als mögliche Studentinnen.

Vorwärts Klumpfuß gewinnt erneut Soccer-Cup

Zwölf Mannschaften waren angetreten beim diesjährigen UKM-Soccer-Cup, der vergangenes Wochenende erstmals auf den Spielfeldern des 1. FC Gievenbeck ausgetragen wurde. Wie schon im Vorjahr konnte sich das Team aus der Orthopädie Vorwärts Klumpfuß klar durchsetzen – und das trotz gelb-roter Karte im Viertelfinale. Gegen die Lagersklaven aus der Logistik holten sie sich im Finale mit 2:0 den Turniersieg

Auszeichnung für herausragende Forschungsarbeit

Im Rahmen des Jahreskongresses der DGOU (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie) 2017 in Berlin erhielt Herr Dr. Tom Schmidt-Bräkling für seine nachhaltige Qualitätsverbesserung orthopädischer Prothesen das Stipendium "Qualität und Sicherheit in der Endoprothetik". Mit dem verbundenen Preisgeld möchte er sich einen Forschungsaufenthalt in New York am HSS (Hospital for Special Surgery) finanzieren.

Posterpreis für die beste experimentelle Arbeit 2017

Im Rahmen des Jahreskongresses der DGOU (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie) 2017 in Berlin erhielt Hauke Hillebrandt den Preis für die beste experimentelle Arbeit. Dr. Björn Vogt betreut das Projekt zum Vergleich zweier Epiphysiodeseklammern zur Wachstumslenkung.

Golfen für den guten Zweck

Mit Hilfe der engagierten Golfer wurden 5.200 Euro für den Förderverein des Prostatazentrums des UKM eingespielt. Den ersten Netto Preis erspielten Dr. Susanne und Prof. Dr. Goerg Gosheger gemeinsam mit Dr. Gloria Steymann und Dagmar Wiethoff. Mehr Infos auf der Website der Westfälischen Nachrichten 

Vorwärts Klumpfuß gewinnt diesjährigen UKM Soccer Cup

Das Team aus der Orthopädie setzte sich im Finale gegen AS Münster mit 2:0 durch und durfte verdientermaßen den Siegerpokal entgegennehmen. Auf Platz 3 landete das Team Biolympus.   Neben den sportlichen Auseinandersetzungen auf dem Feld bei bestem Wetter stand abseits des Platzes ein Spendenaufruf für die Stiftung Mitmachkinder im Vordergrund

Orthopädie Münster- hervorragend vertreten auf dem Weltkongress Isols 2017 in Japan.

Priv.- Doz. Dr. D. Andreou präsentiert in einer "invited lecture" 25 Jahres-Ergebnisse des Münsteraner Tumorprothesensystems (MUTARS).  Des Weiteren moderierte Prof. Dr. A. Streitbuerger die Hauptsitzung des Kongresses über Tumorendoprothesen.

Umfassendes Standardwerk zur Patientenlagerung herausgegeben

Eine Legende besucht die Tumororthopädie am UKM

Martin Salzer wurde 1931 in Wien geboren und 1955 an der Universität Wien zum Doktor der Medizin promoviert. Professor Salzer ist ein österreichweit und international anerkannter orthopädischer Chirurg und zählt auf seinem Spezialgebiet der Knochentumor-Forschung weltweit zu den führenden Autoritäten.

Prof. Dr. Martin Salzer weist bereits Anfang der 70er Jahre auf die Nachteile und Nebenwirkungen  von Knochenzementen hin und wird Wegbereiter für neue Entwicklungen sowohl des Materials als auch der Verankerungstechnik mit dem Ziel einer zementfreien Implantation in der Hüftendoprothetik.

Bis in die 70er Jahre wurde die Diagnose „Knochentumor"  meist mit einer Amputation versorgt. Mit der Umkehrplastik gelingt Prof. Dr. Salzer 1974 erstmalig der Teilerhalt der unteren Extremität. Im weiteren Verlauf seiner Tätigkeit widmete er sich der Entwicklung von Tumorendoprothesen zum vollständigen Erhalt von Extremitäten.

Prof. Salzer zeigte sich beeindruckt von der interdisziplinären Ausrichtung (Kinder- und Erwachsenen-Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, etc.) und insbesondere von der hohen Fallzahl in der Tumororthopädie am UKM.

Eine derart große Spezialklinik für Tumororthopädie hat er auf seinen zahlreichen Reisen noch nie besucht.

Prof. Dr. Georg Gosheger ist Mitglied des Vorstandes ISOLS

Peking, September 2011 Univ.-Prof. Dr. med. Georg Gosheger ist zum Vorstandsmitglied der International Society of Limb Salvage (ISOLS) ernannt worden. Der Direktor der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie am Universitätsklinikum Münster (UKM) hat damit nun eines der höchsten Ämter weltweit in seinem Fachgebiet inne. Die ISOLS dient Wissenschaftlern und Ärzten, die Patienten mit Tumoren des Haltungs- und Bewegungsapparates behandeln, als internationale Austauschplattform. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Kongresse werden neue Forschungsergebnisse und Behandlungsmethoden diskutiert.  Das diesjährige Treffen der ISOLS fand vom 15. bis 18. September in Peking statt, wo die Gesellschaft auch ihr 30-jähriges Bestehen feiern konnte.
Die Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie am UKM ist eines der größten europäischen Zentren zur Behandlung von Knochen- und Weichteiltumoren. Gosheger über seine Berufung in den ISOLS-Vorstand: „Das ist eine Auszeichnung für das gesamte Team der Tumororthopädie und bestätigt die Exzellenz auf diesem Gebiet.“