Sektion für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

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Psychosomatik


Psychosomatik in einem allgemeinen Sinn meint, dass körperliche ("somatische") und seelische ("psychische") Vorgänge eng, ja untrennbar miteinander verbunden sind. Gefühle und Stimmungen führen zu körperlichen Reaktionen:
Wenn Sie zum Beispiel jemand erschreckt, Sie Angst bekommen, wird Ihr Körper durch eine Art Alarmreaktion in erhöhte Fluchtbereitschaft versetzt: Das "Stresshormon" Adrenalin wird ins Blut und über die Nervenendigungen freigesetzt, gelangt so zu den inneren Organen und verursacht u.a. Herzklopfen, beschleunigten Pulsschlag, erhöhte und vertiefte Atmung, blasse Haut, Kloßgefühl im Hals: Angst "schnürt einem die Kehle zu". Unter besonderer Anspannung bekommen manche Menschen Durchfälle: Man hat "Schiß". Sorgen, Liebeskummer "schlagen auf den Magen". Man leidet unter Appetitlosigkeit. Ärger wird "runtergeschluckt" oder "ausgekotzt". Man hat "Wut im Bauch". "Das Herz bricht" vor Trauer und Schmerz. Vielleicht fallen Ihnen noch weitere Beispiele ein, die diese Leib-Seele-Zusammenhänge verdeutlichen. Der Volksmund kennt solche Zusammenhänge seit langem. Aber auch körperliche Veränderungen haben Auswirkungen auf das Seelische:
Hormonelle Umstellungsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre gehen häufig mit Stimmungsschwankungen einher. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann zu schweren depressiven Verstimmungen führen. Als seelisch belastend kann ein Verlust an körperlicher Attraktivität, z.B. durch das Altern oder durch entstellende Erkrankungen erlebt werden. Chronische Schmerzen oder lebensbedrohende Erkrankungen sowie der krankheits- oder unfallbedingte Verlust von Organen oder Körperteilen können zu schweren psychischen Beeinträchtigungen und Krisen führen. Psychosomatik als medizinisches Fachgebiet behandelt Erkrankungen, bei denen seelische/psychische Faktoren in Entstehung und Verlauf eine wesentliche Rolle spielen. Dabei folgt man heute einem multifaktoriellen Krankheitsverständnis. Für das Auftreten und den Verlauf der meisten - auch psychosomatischen - Krankheiten sind mehrere, in unterschiedlichem Ausmaß beteiligte Faktoren anzunehmen: Dazu gehören genetische (erbliche), veranlagungsbedingte, umweltbedingte Faktoren, erlernte Verhaltensweisen und Lebensangewohnheiten, lebensgeschichtliche, entwicklungsbedingte und seelische Faktoren. Für einige Erkrankungen, die mit nachweisbaren körperlichen Veränderungen / Schädigungen einhergehen, scheinen psychosomatische Zusammenhänge eher für Verlauf und Krankheitsbewältigung bedeutsam zu sein (z.B. bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Neurodermitis, Asthma bronchiale usw). Häufig sind körperliche Beschwerden, bei denen die gründliche medizinische Abklärung entweder keinen organischen Befund erbringt oder die erhobenen Befunde Art und Ausmaß der Beschwerden des PatientInnen nicht ausreichend erklären. Diese Beschwerden können sehr hartnäckig über Jahre vorhanden sein und für den Betroffenen mit erheblichem Leiden einhergehen. Man nennt sie funktionelle oder somatoforme Störungen. Sie können jedes Organsystem bzw. jede Körperregion betreffen oder auch mehrere Regionen gleichzeitig. Beispiele sind:

  • funktionelle Stimm- und Sprachstörungen
  • funktionelle Sehstörungen
  • funktionelle Störungen auf zahnärztlichem Fachgebiet
  • funktionelle Bewegungs- und Empfindungsstörungen
  • Atemnot, Herz- und Thoraxbeschwerden ohne organischen Befund
  • abdominelle Symptomatik wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfälle
    Schmerzzustände verschiedenster Körperregionen

Psychosomatik befaßt sich auch mit Erkrankungen, die mit Störungen des Verhaltens einhergehen, z.B. Eßstörungen (Magersucht, Bulimie, Eßattacken mit Übergewicht) und mit Erkrankungen, die mit primär seelischem (psychischem) Leiden einhergehen: Angst, Depression, Zwänge, verlängerte Trauerreaktionen, Reaktionen auf schwere Belastungen und lebensverändernde Ereignisse. Allerdings wirken bei allen erwähnten Krankheiten Seelisches, Körperliches und das Verhalten zusammen. Neben den erwähnten Krankheiten ist die Psychosomatik auch die medizinische Disziplin, die sich mit Problemen der Bewältigung körperlicher Erkrankungen, die mit Lebensumstellungen und -veränderungen, mit Einschränkungen, Entstellungen, Lebensbedrohung oder chronischen Schmerzen einhergehen, auseinandersetzt. Psychosomatische Erkrankungen werden in der Regel mit verschiedenen Formen der Psychotherapie behandelt. Eine zusätzliche medikamentöse Behandlung kann im Einzelfall sinnvoll und notwendig sein.

 
 
 
 

Psychosomatik

Der Begriff Psychosomatik meint, dass körperliche (somatische) und seelische (psychische) Vorgänge eng miteinander verbunden sind. Die Psychosomatik behandelt Erkrankungen, bei denen psychische Faktoren in Entstehung und Verlauf der Krankheit eine wesentliche Rolle spielen. Psychosomatischer Erkrankungen werden in der Regel mit verschiedenen Formen der Psychotherapie behandelt. Eine zusätzliche medikamentöse Behandlung kann im Einzelfall sinnvoll und notwendig sein. Weitere Informationen zur Psychosomatik finden Sie hier.

Psychotherapie

Eine Psychotherapie findet im Rahmen einer therapeutischen Beziehung statt und hat als Ziel, Krankheiten und Leiden zu beheben. Psychotherapie arbeitet mit psychologischen Mitteln in Form von Gesprächen, aber auch in Form von Verhaltensübungen. Die Ziele der individuellen Behandlung werden in Absprache zwischen Patient und Psychotherapeut festgelegt. Psychotherapeuten sind in der Regel Ärzte oder Psychologen, die eine mehrjährige Aus- oder Weiterbildung in einem ankerkannten Psychotherapieverfahren durchlaufen. Weitere Informationen zur Psychotherapie finden Sie hier.