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Multizentrische Studie überprüft die Marker-Funktion von 5-ALA bei Hirntumoren von Kindern

Probandinnen und Probanden für Studie gesucht

Wir suchen Kinder und Jugendliche im Alter von 3-17 Jahren mit einem Hirntumor.

Was kommt auf die Teilnehmer zu?
5-ALA ist eine fluoreszierende Substanz, die wenige Stunden vor der Resektion eines Hirntumors oral verabreicht wird. Nach Einnahme lagert es sich im bösartigen Gewebe des Tumors an. Der Neurochirurg kann dann im OP Mikroskop eine UV-Lampe zuschalten, sodass das Tumorgewebe rot-violett leuchtet. Dadurch kann er gesundes Gewebe klar von bösartigem besser unterscheiden und das Risiko Hirnregionen zu verletzen wird minimiert. Die Substanz gehört zum Standard bei Erwachsenen, im Rahmen dieser Studie soll die Wirksamkeit des Markers bei Kindern und Jugendlichen untersucht werden.

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Michael.Schwake(at)­ukmuenster(dot)­de
Universitätsklinikum Münster
Klinik für Neurochirurgie
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster

Dass das 5-ALA-Verfahren vor neurochirurgischen OPs von Hirntumoren gute Möglichkeiten bietet und vor allem die Überlebenszeit der Patienten verlängert, konnte der Direktor der Klinik für Neurochirurgie am UKM, Univ.-Prof. Walter Stummer bereits 2006 in einer randomisierten internationalen Studie nachweisen. „Ob die Ergebnisse von damals aber 1:1 auf kindliche Hirntumore übertragen werden können, möchte die Arbeitsgruppe aus Neurochirurgen der bedeutendsten Zentren in Deutschland im Rahmen unserer multizentrischen Studie herausfinden“, sagt Stummer. „Für die Kleinsten fehlt es uns da an Erfahrungswerten. Kindliche Hirntumore unterscheiden sich von Tumoren bei Erwachsenen. Und gerade weil das Gehirn bei Kindern noch in der Entwicklung ist, müssen wir hier noch sensibler vorgehen, um einerseits das bestmögliche Operationsergebnis zu erzielen, aber andererseits maximal schonend vorzugehen.“

5-ALA ist eine fluoreszierende Substanz, die wenige Stunden vor der Resektion eines Hirntumors bei Erwachsenen oral verabreicht wird. Nach Einnahme lagert es sich im malignen Gewebe des Tumors an. Der Neurochirurg kann dann unter der OP eine UV-Lampe zuschalten, sodass das Tumorgewebe rot-violett leuchtet. „Das macht gesundes Gewebe klar von bösartigem unterscheidbar und das Risiko, Hirnregionen zu verletzen wird minimiert“, so Stummer. 

Weil der Stoffwechsel von Kindern sich von dem eines Erwachsenen unterscheidet, ist es nötig, die Sicherheit in der Anwendung von 5-ALA speziell für den jungen Organismus eines Kindes nachzuweisen. „Wir konnten gerade vor wenigen Tagen das erste Kind erfolgreich mit 5-ALA operieren und damit den ersten Patienten in unsere Studie einschließen. Wir sind sehr gespannt, ob sich, wie wir es eigentlich erwarten, 5-ALA auch in der neurochirurgischen Hirn-OP bei Kindern als Gewinn erweist“, sagt Stummer.

An der Studie nehmen Experten aus den neurochirurgischen Zentren der Universitätsklinika in Essen, Tübingen, Düsseldorf, Leipzig und München teil. Insgesamt sollen 80 Patienten eingeschlossen werden.

Clinical safety study on 5-Aminolevulinic acid (5-ALA) in children and adolescents with supratentorial brain tumors (5-ALA in children and adolescents)
EudraCT-No.: 2014-005669-54

Primäres Studienziel:
Bestimmung der Sicherheit fluoreszenzgestützter Resektion mit 5-ALA bei supratentoriellen Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen

Sekundäre Studienziele:
Ermittlung der Fähigkeit von fluoreszierendem Gewebe als Marker für Tumorgewebe zu fungieren (positiv prädiktiver Wert). Bestimmung des Resektionsausmaßes im Kontrastmittel-MRT nach Tumor-OP. Untersuchung der Pharmakokinetik von 5-ALA bei Kindern und Jugendlichen.

Es werden Kinder und jugendlich zwischen 3 und 17 Jahren mit einem Hirntumor eingeschlossen.

Ansprechpartner:

Univ.-Prof. Dr. med. W. Stummer (walter.stummer(at)­ukmuenster(dot)­de)
Dr. med. A. Brentrup (angela.brentrup(at)­ukmuenster(dot)­de)
Priv.-Doz. Dr. med. M. Schwake (michael.schwake(at)­ukmuenster(dot)­de)